13. August 2013

Jeden Tag?



So. Wir waren vom 30.07 bis 04.08 in Urlaub im Saarland und es war wunderschön dort! Wir haben jeden Tag - und jede Wetterlage - ausgiebig genossen. Nur: Ich habe es nicht hinbekommen, jeden Tag meine 300 Wörter zu schreiben (ganz abgesehen davon, dass mein Rechner zuhause blieb!). Dann habe ich mir eingeredet, ich könnte ja wenn wir zurück sind nachholen. Ha! Schnell habe ich gemerkt dass ich nicht die Motivation aufraffen wurde, 1800 Wörter auf einem Mal zu schreiben. Dann habe ich mir überlegt, ich könnte einfach so weitermachen und diese 6 Tage überspringen. Aber irgendwie hat mir dieses Versagen dermassen aus meinen Bahn geworfen, dass ich bis heute nicht wieder hierher gefunden habe. 


Ich gehe gerne Unangenehme Situationen aus dem Weg. Ich weiss mittlerweile, dass ich am liebsten etwas was mir Kummer bereitet oder Angst macht ignoriere bis es sich von alleine löst, oder bis ich wirklich keine Alternative habe, es weiter umzugehen. Vielleicht hilft diese Erkenntnis in die Zukunft? Etwas als Problem zu erkennen muss doch wohl schon etwas wert sein, oder? Das lasse ich jetzt einfach in der Luft stehen.
Ich merke, dass ich gerade aktiv etwas verdränge, wenn ich nicht mehr einschlafen kann. Wenn ich nicht überlegen will, was ich am Tag gemacht habe und am Abend zufrieden mit dem Tag abschliessen und sich auf einen neuen freuen. Wenn ich mich mit Sinnlosem erschöpfe, damit ich irgendwie ausschalte, mich betäube, und dann einschlafe. Ich glaube, es geht vielen Personen auch so wie mir! Aber warum machen wir das?


Die Erwartungen und der Druck, unter denen wir uns selber stellen bringen uns offensichtlich nicht weiter, oder? Ich arbeite daran, mit mehr Disziplin die Pläne durchzusetzen, die ich mir selber geschmiedet habe. Aber auch gleichzeitig versuche ich realistische Ziele zu setzen, die ich auch erreichen kann. Die nicht schon vom Anfang an zum scheitern verurteilt sind - wie zum Beispiel 1800 Wörter nachzuholen.  Irgendwie komme ich mir ein bisschen vor wie die Saar in dieser Kurve (die Saarschleife): Sie geht nicht den sinnvollsten Weg um von Merzig nach Mettlach zu gelingen. Aber sie geht ihren weg. Die Saar verläuft da, wo sie verlaufen muss. Es wird ein paar Jahrhunderte (sogar Jahrtausende?) dauern, bis sie einen direkteren Weg gebahnt hat. Aber ihre jetzigen Weg bringt sie auch weiter. Und es ist wunderschön. 

30. Juli 2013

Vergänglichkeit

309 Wörter für Talia "Joy" Castellano

Vor viele Monate (über einen Jahr vielleicht?) hat Youtube empfohlen, ich soll dieses Make-up Video einer TaliaJoy18 schauen. Zuerst fand ich echt komisch, dass so ein junges Mädchen (sie war 12) so viel über Make-up wusste und so viele verschiedene Sachen hatte. Und sie hatte keine Haare. Schnell habe ich herausgefunden, dieses Mädchen hatte seit vielen Jahren Krebs und mochte keine Perücke tragen. “Make-up is my wig” (Schminke ist meine Perücke) war ihr Motto. Sie war voller Lebensfreude und Lebenslust. Hatte viele Träume und Vorstellungen, wie das Laben sein sollte. Viel mehr als das Schminken, haben mich die Videos interessiert, in denen Talia über ihre Krankheit offen sprach und immer versuchte, allen Mut zu machen. Man soll die Vergangenheit sein lassen und nicht über Morgen denken, sondern HEUTE leben. Man soll - wie Dory von Findet Nemo sagte-  weiterschwimmen. 

Immer wieder, alle paar Monate oder so habe ich ihre Youtube Seite besucht um zu schauen, wie es ihr ging. Ich habe mitgefiebert als es darum ging, Fernsehemoderatorin Ellen Degeneres auf Talia aufmerksam zu machen, da Talia ein grosser Fan Ellens war. Ich habe auch bei Youtube gesehen, wie Talia zu Ellens Fernsehprogramm eingeladen wurde und sich tierisch freute, als Ellen sie zu Covergirl gemacht hat. Talia wurde 13. Heute habe ich, als ich noch mal nach ihr Gesundheitszustand schauen wollte, herausgefunden, sie hat dieser Welt am 16.07 verlassen. Und auf ihre Youtube Seite hat ihre Schwester eine letzte Nachricht hinterlassen. Und obwohl ich dieses Mädchen nicht wirklich kannte, war ich sofort berührt. So ein kurzes Leben, und doch so viele Menschen berührt, so viel Liebe und Hoffnung verbreitet. Talia hat gekämpft, um die Aufmerksamkeit auf Kinder mit Krebs zu erhöhen, damit nach der Heilung von Krebsarten - speziell die, die Kinder betreffen - intensiver geforscht wird. Ich wünsche Talias Familie viel Kraft. Und hoffe, Talias Botschaften werden nicht vergessen.  

28. Juli 2013

340 Wörter über Einkäufe


Neulich waren wir in einem grossen Supermarkt einkaufen. Es war Freitag Abend, viel los. Wir gehen unserer gewohnten Einkaufstour nach: zuerst Obst und Gemüse, dann Dosen (Kichererbsen, Mais, etc.), danach Milch und Soja in Sibirien (ja, so kalt wird es in diesen Teil des Ladens) und zu guter Letzt noch Wasser und eventuell noch Hygiene- und Putzartikel.

Danach gehen wir zur Kasse. Machen unsere Einkäufe auf das Band und warten. Wir beide schauen gelangweilt zum Band nebenan. Und uns fällt das Kinn runter. Schlagartig wird es uns bewusst, wie andere Leute essen (sofern man das von einem einzigen Supermarkteinkauf beurteilen kann). Wie viel Müll verkauft und eingekauft wird! Also was wir genau sahen: eine Dame kaufte ausschliesslich Tiefkühl-Sushi und -garnellenringe. Ok, es könnte sein, dass sie bald Besuch bekommt und etwas schnelles zum servieren braucht. Aber das junge Paar hinter ihr… die haben, glauben wir, keine solche Ausrede: ein dutzend Dosenravioli, ein Berg Marshmallow, Gummibärchen, Kinderschokolade und ähnliches, dazu 10 Tiefkühlpizzas, etc. pp. Weit und breit nichts frisches zu erkennen oder was nicht mindestens 3 industrielle Prozesse durchgemacht hat. 
Wir waren echt Sprachlos, da wir nicht dachten, dass es wirklich Leute gibt, die sich den Anschein nach nur von solchen Produkten “ernähren”. Klar haben wir auch mal TK-Pizza im Gefrierfach: manchmal muss es schnell gehen oder es kommen Freunde vorbei, und man möchte schnell etwas auf den Tisch stellen und nicht in der Küche verschwinden. Aber es ist und bleibt Ausnahme-Essen. Bei uns wird so gut wie jeden Tag was frisches gekocht oder manchmal auch nur “zusammengestellt”: Ein schneller Salat, Schake, Reste vom Vortag werden aufgewertet… 

Zusammengefasst: Ich kann es mir echt nicht vorstellen, so zu leben, wie unsere Supermarktnachbarn! Erstens: wir kochen gerne, es macht Spass! Zweitens: wir wissen gerne was auf unsere Teller kommt. Drittens: für Vegetarier wäre es echt schnell eintönig, nur Pizza zu essen! Viertens: Ich wäre eine Kugel, wenn ich mich so “ernähren” würde - es kann nicht gesund sein! Zum Glück können wir frei entscheiden, was bei uns in den Einkaufswagen kommt!  

312 Wörter über Angst

Ich habe herausgefunden, dass ich viele Ängste habe. Ich habe Angst, dass ich etwas falsch gewählt habe, dass ich Möglichkeiten vergehen lies. Ich habe Angst, etwas könnte meiner Familie passieren, die weit weg ist. Ich habe Angst, etwas könnte meinem Mann passieren, der neben mir ist. Autounfälle, eine Grippe, Frust bei der Arbeit… All dies und viel mehr macht mir manchmal Angst. Es gibt Momente, in denen es schwer ist, den Überblick zu behalten und zu verhindern, dass die Ängste die Oberhand bekommen.
Ich bin deshalb gut daran geworden, mich selber zu beruhigen. Der Fluss von Gedanken und Gefühle zu stoppen, bevor er alle Dämme bricht. Ich glaube, ich bin gut daran geworden, meine Gefühle zu überwachen und zu verstehen. 

Die Ängste sind natürlich immer da. Unter der Oberfläche. Aber anstatt mich zu bremsen, zu beschweren, apathisch zu machen, bewegen sie mich dazu, etwas zu unternehmen. Einen Anruf. Eine e-mail. Kurze Nachrichten über whatsapp. Hi, wie geht’s dir? Mich gibt’s noch, ja. Du bedeutest mir viel. Kann ich etwas für dich tun?  Ich glaube, das ist meine Art, mich zu vergewissern (sofern das geht), dass ich mein bestes gegeben habe. Dass ich nichts bereuen werde. Dass ich, wenn meine Ängste doch wahr werden sollten, dann damit Frieden schlissen könnte. 

Ich weiss natürlich nicht, was der Tag morgen mit sich bringt, aber ich werde auf jeden Fall versuchen, Alles auf mich wirken zu lassen. Versuchen jeden schönen Augenblick in Erinnerung zu halten. Meine interne Festplatte mit Wissen, guten Gefühlen, schönen Momenten, rührenden Geschichten und der Magie des Alltags zum bersten Voll zu speichern. Denn ich ahne es, mein grösster Angst ist es zu vergessen, warum ich hier bin. Warum ich meine Entscheidungen treffe. Wie gut es uns geht. Wie schön mein Leben ist. Ich glaube alle spüren es irgendwie, diese Ängste. Doch das Leben geht weiter, und ich werde mit ihr gehen. 

26. Juli 2013

Diverse N.1

100 Wörter zum Essen

15:20 stelle ich fest, dass das Mittagessen schon längst überfällig ist... Ein Salat soll es sein, weil es draussen so schön warm ist! 
Also, habe ich schnell ein paar Salatblätter (Lollo Rosso, vom Garten) gepflückt, Karrotengrün gehackt, eine Karotte geschnipselt, ein halber Apfel, der im Kühlschrank lag, in Würfel geschnitten, Paprika und Tofu Streifen, vom gestrigen Sushi übrig, kleiner geschnippelt und alles zusammen in einer grossen Salatschüssel gemischt. Salz, Pfeffer, Olivenöl, Limettensaft drauf. Kurz in der Schüssel umrühren. Fertig. Frisch. Lecker!
15:38, die halbe Portion schon gegessen, während diese Zeile geschrieben wurden! Kann diesen Salat wirklich jedem empfehlen!     























119 weitere zum Thema Traumhaus

Wir sind vor fast anderthalb Jahre umgezogen. Mittlerweile haben wir ziemlich alles, was man in einer Wohnung zum Leben braucht und ein paar “Luxusartikel”, die das Leben einfacher und schöner machen. Trotzdem denke ich oft darüber nach, wie wir unser Zuhause noch besser/praktischer/schöner machen könnten. Eine Liste von Projekten, die wir im Angriff nehmen wollen ist entstanden. Und wir arbeiten dran. Es ist so ein schönes Gefühl, an unserem Zuhause zu arbeiten! Heute habe ich wieder John und Sherrys Blog gelesen und wieder einmal mit einem Lächeln festgestellt, das ich nicht die einzige bin, die gerne vom Traumhaus träumt, und Pläne schmiedet, und Listen kreiert, und das Beste aus dem rausholen will, was wir im Moment haben.      























Und noch 150 weil CHA Sommer gerade stattfindet: 

Im Moment gibt es überall (zugegeben - nur überall in Scrapbooking Kreisen) Videos und Fotos von den neuen Produkten, die in den nächsten Monaten kräftig vermarktet, verkauft, und versendet werden. Im besten Fall werden diese Produkte dann geschnitten, kombiniert, geklebt und in Albums gesteckt, wo sie “für Immer” Erinnerungen festhalten. In anderen Fällen werden sie gestapelt, gehamstert und in einer Schachtel aufbewahrt, bis der Moment hoffentlich da ist, wann sie gebraucht werden und benutzt werden. Es stellt sich wieder für mich die Frage: möchte ich/sollte ich wirklich noch mehr schöne Papiere, Washitapes, Stempel etc. erwerben? Antworten sind natürlich JA!/ wahrscheinlich nicht. Ich sollte doch zuerst das benutzen, was ich zuhause habe, oder? Aber es ist alles SO SCHÖN. Und so NEU! Was soll man da nur tun? Mir hilft nur mich an mein Budget zu halten und wirklich nur ein paar Sachen kaufen, die ich auch wirklich (hoffentlich!) benutzen werde!     

25. Juli 2013

300 - Die Erste

Hi, Hallo, Hereinspaziert. Der Name ist Gio, freut mich.  

Ich lese sehr viel. Jeden Tag. Im internet und auch sonst wo. Ich schaue sehr viele YouTube Videos. Jeden Tag. Sinnvolles wie auch Sinnloses. Und es ärgert mich wirklich, nur so viel Information zu konsumieren ohne irgendwas aktiv zu kreieren. 
Es ärgert mich, dass wenn ich ein paar Tage, Wochen zurückschaue, weiss ich nicht mehr genau was ich getan habe. Ich habe meine Zeit nicht in etwas konkretes investiert, etwas, worauf ich zurückgreifen kann. Deshalb, und weil ich mich dazu herausfordern möchte, etwas ausserhalb meinem bequemen Alltag zu unternehmen, fange ich diesen blog an. 

Hier möchte ich jeden Tag mindestens 300 Wörter niederschreiben.   

300 Wörter über etwas, was ich gelernt habe. Oder entdeckt habe. Oder gemacht habe. 300 Wörter über Etwas, was mich gerade beschäftigt. Jeden Tag. Auf Deutsch. 

Wir kochen gerne hier, also wird es auch mal ein paar Zeilen über tolle Rezepte geben. Etwas zu kreieren macht mich glücklich. Demnach werde ich natürlich auch über kreative Unternehmungen berichten. Und über Balkonien, mein Lieblingsplatz. Und Zuhause. Und Scrapbooking. Und Reisen. Und darüber, wie es ist, weit Weg von der Familie und Freunde zu leben - in ein neues Land. 
Wenn es mir danach ist werde ich über Politik, Wissenschaftliches oder auch das Wetter schreiben. 
Es geht für mich darum, jeden Tag etwas niederzuschreiben (duh!). Mich dazu zu zwingen, Goethes’ Sprache zu üben und wieder Spass am Schreiben zu finden. Denn ich habe das mal sehr gerne gemacht. Es kommt mir vor, es war vor langer, langer Zeit, aber es hat mir Spass gemacht, mit Wörter zu spielen. Dann wurde es Pflicht, und das hat mich Schreibfaul gemacht. 

Das ist meine Therapie, meine Herausforderung, meine neue Freizeitbeschäftigung, mein Senf dazu. Da sind meine erste 300 Wörter.     

Das ist mein WWWort. Herzlich Willkommen.