So. Wir waren vom 30.07 bis 04.08 in Urlaub im Saarland und es war wunderschön dort! Wir haben jeden Tag - und jede Wetterlage - ausgiebig genossen. Nur: Ich habe es nicht hinbekommen, jeden Tag meine 300 Wörter zu schreiben (ganz abgesehen davon, dass mein Rechner zuhause blieb!). Dann habe ich mir eingeredet, ich könnte ja wenn wir zurück sind nachholen. Ha! Schnell habe ich gemerkt dass ich nicht die Motivation aufraffen wurde, 1800 Wörter auf einem Mal zu schreiben. Dann habe ich mir überlegt, ich könnte einfach so weitermachen und diese 6 Tage überspringen. Aber irgendwie hat mir dieses Versagen dermassen aus meinen Bahn geworfen, dass ich bis heute nicht wieder hierher gefunden habe.
Ich gehe gerne Unangenehme Situationen aus dem Weg. Ich weiss mittlerweile, dass ich am liebsten etwas was mir Kummer bereitet oder Angst macht ignoriere bis es sich von alleine löst, oder bis ich wirklich keine Alternative habe, es weiter umzugehen. Vielleicht hilft diese Erkenntnis in die Zukunft? Etwas als Problem zu erkennen muss doch wohl schon etwas wert sein, oder? Das lasse ich jetzt einfach in der Luft stehen.
Ich merke, dass ich gerade aktiv etwas verdränge, wenn ich nicht mehr einschlafen kann. Wenn ich nicht überlegen will, was ich am Tag gemacht habe und am Abend zufrieden mit dem Tag abschliessen und sich auf einen neuen freuen. Wenn ich mich mit Sinnlosem erschöpfe, damit ich irgendwie ausschalte, mich betäube, und dann einschlafe. Ich glaube, es geht vielen Personen auch so wie mir! Aber warum machen wir das?
Die Erwartungen und der Druck, unter denen wir uns selber stellen bringen uns offensichtlich nicht weiter, oder? Ich arbeite daran, mit mehr Disziplin die Pläne durchzusetzen, die ich mir selber geschmiedet habe. Aber auch gleichzeitig versuche ich realistische Ziele zu setzen, die ich auch erreichen kann. Die nicht schon vom Anfang an zum scheitern verurteilt sind - wie zum Beispiel 1800 Wörter nachzuholen. Irgendwie komme ich mir ein bisschen vor wie die Saar in dieser Kurve (die Saarschleife): Sie geht nicht den sinnvollsten Weg um von Merzig nach Mettlach zu gelingen. Aber sie geht ihren weg. Die Saar verläuft da, wo sie verlaufen muss. Es wird ein paar Jahrhunderte (sogar Jahrtausende?) dauern, bis sie einen direkteren Weg gebahnt hat. Aber ihre jetzigen Weg bringt sie auch weiter. Und es ist wunderschön.


