28. Juli 2013

312 Wörter über Angst

Ich habe herausgefunden, dass ich viele Ängste habe. Ich habe Angst, dass ich etwas falsch gewählt habe, dass ich Möglichkeiten vergehen lies. Ich habe Angst, etwas könnte meiner Familie passieren, die weit weg ist. Ich habe Angst, etwas könnte meinem Mann passieren, der neben mir ist. Autounfälle, eine Grippe, Frust bei der Arbeit… All dies und viel mehr macht mir manchmal Angst. Es gibt Momente, in denen es schwer ist, den Überblick zu behalten und zu verhindern, dass die Ängste die Oberhand bekommen.
Ich bin deshalb gut daran geworden, mich selber zu beruhigen. Der Fluss von Gedanken und Gefühle zu stoppen, bevor er alle Dämme bricht. Ich glaube, ich bin gut daran geworden, meine Gefühle zu überwachen und zu verstehen. 

Die Ängste sind natürlich immer da. Unter der Oberfläche. Aber anstatt mich zu bremsen, zu beschweren, apathisch zu machen, bewegen sie mich dazu, etwas zu unternehmen. Einen Anruf. Eine e-mail. Kurze Nachrichten über whatsapp. Hi, wie geht’s dir? Mich gibt’s noch, ja. Du bedeutest mir viel. Kann ich etwas für dich tun?  Ich glaube, das ist meine Art, mich zu vergewissern (sofern das geht), dass ich mein bestes gegeben habe. Dass ich nichts bereuen werde. Dass ich, wenn meine Ängste doch wahr werden sollten, dann damit Frieden schlissen könnte. 

Ich weiss natürlich nicht, was der Tag morgen mit sich bringt, aber ich werde auf jeden Fall versuchen, Alles auf mich wirken zu lassen. Versuchen jeden schönen Augenblick in Erinnerung zu halten. Meine interne Festplatte mit Wissen, guten Gefühlen, schönen Momenten, rührenden Geschichten und der Magie des Alltags zum bersten Voll zu speichern. Denn ich ahne es, mein grösster Angst ist es zu vergessen, warum ich hier bin. Warum ich meine Entscheidungen treffe. Wie gut es uns geht. Wie schön mein Leben ist. Ich glaube alle spüren es irgendwie, diese Ängste. Doch das Leben geht weiter, und ich werde mit ihr gehen. 

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